Weil Jesus lebt, können wir inmitten von Unsicherheit Frieden haben

Eine Osterbotschaft von Präsident Russell M. Nelson


Ein dramatisches und unerwartetes Ereignis

In den vergangenen Jahrzehnten im Dienst der Kirche hatte ich auf meinen Reisen ein paar unvergessliche Augenblicke. Einer davon war vor vielen Jahren. Ich flog zur Amtseinführung eines Universitätspräsidenten, bei der ich das Anfangsgebet sprechen sollte. Es war ein kurzer Flug in einer kleinen, zweimotorigen Maschine. Die erste Hälfte war geschafft, da explodierte plötzlich das rechte Triebwerk und sprühte brennenden Treibstoff auf die rechte Seite des Flugzeugs. Die Propeller hörten auf, sich zu drehen. Das Flugzeug war in Flammen und stürzte im Spiralsturz auf die Erde zu. Ich rechnete mit meinem Tod.

 

Wie durch ein Wunder löschte der jähe Sturzflug die Flammen. Der Pilot konnte das andere Triebwerk wieder starten und sicher landen. Und ich schaffte es sogar rechtzeitig zur Amtseinführung.

 

Bei diesem dramatischen, unerwarteten Erlebnis war ich erstaunlicherweise völlig ruhig. Mein ganzes Leben zog an mir vorüber. Obwohl ich dachte, dass ich sicherlich sterben würde, verspürte ich Frieden. Ich wusste, dass meine Familie gut versorgt sein würde. Und ich wusste, dass meine Frau und ich für die Ewigkeit aneinander gesiegelt waren – und unsere Kinder an uns. Weil ich an Jesus Christus glaubte und seine Gebote gehorsam befolgt hatte, wusste ich gewiss, dass es ein freudiges Leben nach dem Tod gibt. Dank des Herrn wusste ich, dass wir einst alle wieder vereint sein würden. Ich verspürte Frieden und war bereit, meinem Schöpfer zu begegnen.

 

Glücklicherweise überlebte ich und kann nun davon erzählen.

 

Im letzten Jahr mussten wir alle mit dramatischen und unerwarteten Ereignissen zurechtkommen.

 

Inmitten dieser Unsicherheit gibt es nur einen Weg, wie wir Frieden verspüren können – und zwar den wahren Frieden, der alles Verstehen übersteigt. Solch ein Friede kommt durch Glauben an den Herrn Jesus Christus.

Bei Ostern dreht sich alles um Frieden und Hoffnung

Als er für unsere Sünden und Schwächen litt, am Kreuz starb und auferstand, änderte der Erretter die Geschichte der Menschheit. Dank dem Herrn müssen wir mit unseren Schwächen, Sünden und Ängsten nicht alleine zurechtkommen. Dank ihm ist der Tod nicht das Ende. Die Auferstehung wird allen, die jemals gelebt haben, zuteil. Dank ihm können Familien für immer zusammen sein. Dank ihm wandeln sich Schuldgefühle in Frieden und wandelt sich Bedauern in Erleichterung und Verzweiflung in Hoffnung. Wir erhalten eine zweite Chance, können reinen Tisch machen und von vorn anfangen. Wegen Jesus Christus feiern wir Ostern. Bei Ostern dreht sich alles um Frieden und Hoffnung.

 

In der ersten Osterzeit vor zwei Jahrtausenden litt der Herr im Garten Getsemani und am Kreuz unaussprechliche Qual, als er die Sünden und Schmerzen aller Menschen auf sich nahm. In diesem Garten, auf Hebräisch Getsemani genannt (was Ölpresse bedeutet), wurden Oliven zerstampft und gepresst und zu Öl und Nahrungsmitteln verarbeitet. Dort in Getsemani „hat er die Schmerzen aller Menschen gelitten, damit alle … umkehren und zu ihm kommen können“. Er nahm die Sündenlast aller Menschen auf sich, und als er diese Last trug, blutete er aus jeder Pore.

 

Er wurde von jemandem verraten, den er als einen Freund bezeichnet hatte. Er wurde verhaftet, gegeißelt, verspottet und gekreuzigt. Am Kreuz wurde der Erretter der Welt emporgehoben. Er gab sein Leben hin, um sein Sühnopfer zu vollenden. Von seiner anschließenden Auferstehung, seinem Sieg über das Grab, künden die heiligen Schriften: „Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen“.

 

Himmlische Boten an einem leeren Grab gaben kund: „Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden“ – der Herr Jesus Christus hatte durch sein Sühnopfer und seine Auferstehung den Tod überwunden. Er lebt. Und weil er lebt, können auch wir „Frieden in dieser Welt und ewiges Leben in der künftigen Welt“ erlangen.

 

Der Erretter selbst hat erklärt, dass dieses große Opfer einem Zweck dient: „Denn siehe, ich, Gott, habe das für alle gelitten, damit sie nicht leiden müssen, sofern sie umkehren.“ Weil der Erretter sich selbst als unbegrenztes Sühnopfer hingab, haben wir die Möglichkeit – den Vorzug – Vergebung zu erlangen, wenn wir umkehren. Wir können uns auch an ihn wenden, wenn unser Herz der Heilung bedarf, wir schwach sind und Kraft benötigen oder Hilfe für das, was wir allein einfach nicht schaffen.

An die Hände Jesu denken

An diesem Palmsonntag lade ich Sie ein, diese Karwoche wahrhaft heilig zu machen, indem Sie nicht nur an die Menschen denken, die beim Einzug Jesu nach Jerusalem jubelnd die Hände hoben, sondern auch an die Hände Jesu.

 

Der Erretter hat Jesaja zufolge verheißen, dass er uns niemals vergessen wird: „Ich habe dich eingezeichnet in meine Hände.“ Aus solchen Versen erfahren wir viel über die Mission und das Wirken des Herrn.

Ein Aufruf zum Handeln

Nach allem, was Jesus Christus für Sie getan hat, lade ich Sie ein, diese Woche etwas zu tun, um seine Lehren zu befolgen. Sie könnten noch aufrichtiger beten. Sie könnten jemandem vergeben oder einem Freund in Not helfen. Sie könnten ab heute eine neue geistige Reise antreten.

 

Denken Sie in dieser Osterzeit doch noch mehr als sonst an den Erretter. Wenn Sie einen Ort suchen, an dem Sie Gott verehren können – kommen Sie zu uns! Am Ostersonntag wird es bei der weltweiten Generalkonferenz der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage Botschaften und Musik geben, die sich um Christus drehen. Wir werden uns virtuell versammeln, um unseren Erlöser zu verehren. Sie sind herzlich eingeladen. Laden Sie Freunde und Bekannte ein!

 

Jesus Christus lebt. Unser auferstandener und sühnender Erretter möchte uns helfen, aus den dramatischen, unerwarteten Ereignissen in unserem Leben zu lernen. In dieser Osterzeit wollen wir gemeinsam den Herrn verehren und preisen – für den Frieden, die Hoffnung, das Licht und die Wahrheit, die er uns bringt.